Erste Hilfe

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So helfen Sie Ihrem Tier im Notfall!

Bitte beachten Sie: Eine erste Hilfe durch den Tierbesitzer kann nie einen Besuch beim Tierarzt ersetzen. Rufen Sie deshalb so bald wie möglich einen Tierarzt an!

Bis zur Ankunft in der Tierarztpraxis können Sie selbst helfende Maßnahmen an Ihrem Tier ergreifen. In Folgenden finden Sie deshalb Informationen zur ersten Hilfe:

Erste Regel: Bewahren Sie Ruhe, um klar denken und handeln zu können. Am besten suchen Sie sich für den Transport des Tieres einen Helfer (zum Beispiel für die Autofahrt), sodass Sie sich selbst auf das Tier konzentrieren können. Untersuchen Sie den Zustand Ihres Tieres und gehen Sie dabei stets vorsichtig vor. In einer Notfallsituation kann ein Tier aufgrund von Schmerzen schnell zubeißen oder kratzen.

Wunden

Auch bei kleineren Wunden ist es ratsam den Tierarzt aufzusuchen, damit dieser die Wunde professionell säubern und somit Entzündungen vorbeugen kann. Jedoch können Sie bereits vor dem Transport in die Tierarztpraxis oft selbst etwas für Ihr Tier tun.

Bei kleineren Wunden reicht es häufig aus das Fell um die betroffene Stelle herum vorsichtig zu kürzen. Dann können Sie die Wunde mit lauwarmen Wasser oder einer leichten Kochsalzlösung säubern. Falls Fremdkörper in die Wunde gelangt sind, können Sie diese mit einer abgerundeten Pinzette entfernen.

Bei größeren Wunden ist es wichtig die Blutung bis zur Ankunft in der Tierarztpraxis so gut wie möglich zu stillen und unter Kontrolle zu halten. Denn bei einem hohen Blutverlust kann das Tier einen Schock erleiden. Bei einer anhaltenden starken Blutung sollten Sie einen Druckverband anlegen. Legen Sie dafür eine (zusammengerollte) Mullbinde oder eine dicke Lage Kompressen auf die Wunde und binden Sie diese mit einer elastischen Mullbinde unter Druck fest. Falls die Blutung im Bereich der Gliedmaßen auftritt, nutzen Sie für den Verband eine einfache (nicht-elastische) Mullbinde. Bringen Sie den Verband so an, dass Sie diesen im Falle einer ungewollten Blutstauung leicht wieder lösen können. Dauert die Blutung an, bringen Sie erneut einen Verband an. Kontrollieren Sie die Blutung bis zur Ankunft beim Tierarzt etwa alle 10 Minuten, um den Verband wenn nötig kurzzeitig lösen oder lockern zu können.

Vergiftung

Hunde oder Katzen können unbeabsichtigt schädigende Substanzen wie Köder, Pflanzen oder Medikamente zu sich nehmen und eine Vergiftung erleiden. Symptome dafür können unter anderem sein:

  • starkes Speicheln
  • Erbrechen
  • Schwanken
  • Kreislaufversagen

Eine Vergiftung ist häufig nur schwer zu erkennen und kann je nach aufgenommener Substanz auch erst nach ein bis zwei Tagen auftreten. Bringen Sie das Tier deshalb schnellstmöglich zur Tierarztpraxis damit dort weitere Maßnahmen getroffen werden können. Versuchen Sie zuvor folgende Informationen über die Vergiftung zu ermitteln:

  • Was wurde gefressen?
  • Wie viel von dem Gift wurde aufgenommen?
  • Wann wurde das Gift aufgenommen?


Falls möglich, bringen Sie die vorhandenen Reste des Giftes, den jeweiligen Beipackzettel oder gegebenenfalls das Erbrochene des Tieres mit in die Praxis.

Falls die Haut des Tieres mit ätzenden Substanzen in Kontakt gekommen ist: spülen Sie die betroffene Stelle mit lauwarmen Wasser ab (falls nötig kürzen Sie das Fell dafür vorsichtig mit einer Schere) und bringen Sie das Tier anschließend zum Tierarzt.

Hitzschlag

Bei einem Hitzschlag versagt der Kreislauf des Tieres durch eine Überhitzung. Die deutlichsten Symptome eines Hitzschlags sind starkes Hecheln, Abgeschlagenheit und evtl. Bewusstlosigkeit. Dabei kann der Körper auf bis über 42°C erwärmt sein. Sorgen Sie deshalb für eine sofortige Abkühlung des Körpers in dem Sie das Tier:

  • In den Schatten bringen
  • Mit kaltem, fließendem Wasser vorsichtig übergießen
  • Mit nassen Tüchern einwickeln (für den Transport zu Tierarzt)

Reanimation bei Herz- und Atemstillstand

Eine Reanimation ist die Wiederbelebung im Falle eines akuten Herz- und Atemstillstands. Legen Sie Ihr Tier dafür auf die rechte Seite. Den Ablauf der Reanimation kann man sich leicht mit dem A-B-C-Schema merken:

A- Atemwege freimachen
Entfernen Sie gegebenenfalls Schleim oder Erbrochenes aus dem Rachenweg.

B- Beatmen
Für die Beatmung werden Kopf und Nacken vorsichtig gestreckt und die Zunge vorgelagert. Halten Sie die Schnauze zu und beatmen Sie das Tier durch die Nase. Wiederholen Sie den Vorgang etwa 10 bis 20 Mal pro Minute.

C- Zirkulation wiederherstellen durch eine weitere Herzmassage und Beatmung
Setzen Sie dafür Ihre Hände übereinander direkt hinter dem Schulterblatt an (bei Katzen vorsichtig mit nur zwei Fingern). Die Herzmassage erfolgt durch kurzes und kräftiges Drücken des Brustkorbes im Abstand von 1 bis 2 Sekunden. Wiederholen Sie den Vorgang etwa 15 Mal. Wechseln Sie dann, wenn nötig, wieder zur Beatmung, um die Reanimation fortzuführen.

Quellen:
Online-Informationen der “initiative s.m.i.l.e. – gesunde tierliebe”: www.tieraerzteverband.de (Abruf: 28. Dezember 2011)
Suter, P.F./ Kohn, B.: Praktikum der Hundekrankheiten. Parey Verlag, Berlin 2006
Geyer, S. / Grabner, A. : Die Tierarzthelferin. Schlütersche Verlag, Hannover 2005
Powell, L. /Rozanski, E. /Rush, J.: Small Animal Emergency and critical care. Wiley Blackwell Verlag, 2011
Datum: Dezember 2011